borderline

Zurück

Blaue_Rose.jpg (27403 Byte)

Was ist eigentlich eine Borderlinestörung?

 

Eine Borderlinestörung ist eine „emotional instabile Persönlichkeitsstörung“ und liegt zwischen einer Neurose und einer Psychose, genau an der Grenzlinie (= Borderline).

 

Definition von Neurose:

„Neurosen ist der Sammelbegriff für eine Vielzahl von psychischen Störungen mit unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ursachen, der durch psychologische Richtungen (v.a. Psychoanalyse, Lerntheorien) und deren Neurosetheorien uneinheitlich festgelegt wird.

Allgemein ausgedrückt, sind Neurosen störende, länger andauernde, psychische Einstellungen oder Verhaltensgewohnheiten (z.B. Hemmungen, Furcht, Unsicherheit, Depression) ohne nachweisbare organische Ursache, die im verlauf der menschlichen Entwicklung durch bestimmte Erfahrungen (länger anhaltende Lernprozesse oder einschneidende Erlebnisse) entstehen, den Betroffenen unverständlich bleiben und von ihnen nicht ausreichend kontrolliert werden können. Im Gegensatz zu Psychosen haben die Betroffenen immer noch ein (zumindest vages) Bewußtsein von der Störung, an der sie leiden; ein Zerfall psychischer Funktionen (z.B. des Denkens, der Wahrnehmung) tritt nicht auf.“

 

                                               (Schülerduden, Psychologie)

 

Definition von Psychose:

 

Sammelbegriff für seelische Erkrankungen, die mit zum Teil tiefgreifenden Störungen psychischer Funktionen verbunden sind. Dabei kommt es im Gefolge von Wahnvorstellungen, Halluzinationen und schweren Gedächtnis- oder Afektstörungen meist zu Fehleinschätzungen der Realität und zu schwer einfühlbaren Verhaltensänderungen. Menschen, die an einer Psychose erkranken, erleben oft nicht sich selbst, sondern ihre Umgebung als verändert und verfügen im akuten Stadium über keine oder eine nur im Ansatz vorhandene Krankheitseinsicht.“

 

(Schülerduden, Psychologie)

 

Borderliner leiden an einer Vielfalt von störenden Symptomen, wie Angstzustände, Phobien,  Depressionen, usw. Zudem fällt auf, das die Seelenwelt eines an Borderline leidenden Menschen nur in Gut und Böse, oder in das sogenannte Schwarz und Weiß aufgeteilt ist, was keine Abstufungen in z.B. weniger gut, statt böse zuläßt.

Die Betroffenen neigen auch dazu, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren und aus diesem Grund kommt es häufig zu sogenannten emotionalen Überfällen bzw. Stimmungsschwankungen, die sehr charakteristisch für eine solche Borderlinestörung sind, aber nicht unbedingt etwas mit der auslösenden Situation zu tun haben müssen. In diesen wechselt der Betroffene schnell von einem totalen Glücksgefühl in eine starke Depression. Und da sich die Stimmungen eines Borderliners sehr schnell und vor allem auch  explosiv verändern, behält er ein Gefühl der Glückseligkeit nicht all zu lange bei. Befindet sich die Person dann in einem Tief, so neigt er stark zu zerstörerischen Handlungen, wie Drogen - und Alkoholmißbrauch, Eßstörungen wie Bulemie, Magersucht, SVV und auch Suizidversuchen.

Das Selbstbild eines Borderliners und dessen Zielvorstellung sind meist unklar und gestört. Sie haben eine Neigung zu intensiven, aber unbeständigen zwischenmenschlichen Beziehungen, die zu wiederholten emotionalen Krisen mit Suiziddrohungen/ -versuchen oder selbstschädigendem Handlungen (SVV) führen können.

 

 

Doch wann leidet ein Mensch unter der  Borderlinestörung?

 

Eine Borderlinestörung liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit vor, wenn ein Mensch mindestens fünf von den nun folgenden neun Symptomen aufweisen kann:

 

Punkt.GIF (185 Byte)   Starke Stimmungsschwankungen

Punkt.GIF (185 Byte)  Chronische Gefühle von Leere und Langeweile

Punkt.GIF (185 Byte)   Häufige und unangemessene Zornausbrüche

Punkt.GIF (185 Byte)   Impulsivität bei potentiell selbstzerstörerischen Verhaltensweisen

Punkt.GIF (185 Byte)   Selbstverletzungen und Suiziddrohungen/ -versuche

Punkt.GIF (185 Byte)   Unbeständige und unangemessene intensive zwischenmenschliche

Punkt.GIF (185 Byte)    Beziehungen

Punkt.GIF (185 Byte)   Verzweifelte Bemühungen, die reale oder eingebildete Angst vor dem     

     Verlassenwerden zu vermeiden

Punkt.GIF (185 Byte)   Streßabhängige paranoide Phantasien oder schwere dissoziative

     Symptome

Punkt.GIF (185 Byte)   Fehlen eines klaren Ichidentitätsgefühl

 

Diese Symptome sind nun noch ein wenig näher beschrieben um einen besseren Einblick zu verschaffen. Man sollte aber dabei unbedingt berücksichtigen,daß nicht jeder Betroffene einer  Borderlinestörung, unter allen Symptomen leidet, und jedes Symptom wiederum individuelle Ausprägungen annehmen kann.

 

 

Beschreibung der verschiedenen Symptome:

 

Starke Stimmungsschwankungen:

Die Grundstimmung eines Borderliner zeigt sich häufig überaktiv oder pessimistisch, die jedoch schnell in auffällige Stimmungsschwankungen, wie Depression, Reizbarkeit oder auch Angst wechseln kann.

 

Chronische Gefühle von Langeweile und Leere:

Borderlinepersönlichkeiten leiden oft unter Emotionen, wie Langeweile und Leere, die oft als sehr intensiv erlebt werden, verbunden mit körperlichen Empfindungen (z.B. Kopf- und Brustschmerzen).

 

Häufige unangemessene Zornausbrüche:

Zornausbrüche sind bei Menschen mit einer Börderlinestörung recht häufig anzutreffen, deren Intensität kaum kontrollierbar ist und in keinem Verhältnis zu den auslösenden Ereignissen steht. Sie basieren vielmehr auf einer massiven Angst vor Enttäuschung und dem Verlassenwerden. Zeitweilig führen sie auch zu körperlicher Gewalt.

 

Impulsivität bei potentiell selbstzerstörerischen Verhaltensweisen:

Ein Borderliner neigt bei potentiell selbstschädigendem Verhalten zu Impulsivität, daß bedeutet, das er nicht lange über sein Verhalten nachdenkt, sondern sozusagen spontan beginnt sich eine Schädigung zuzufügen. Unter diese selbstzerstörerischen Verhaltensweisen, fällt jedoch nicht „nur“ Autoaggression, sondern auch Alkohol- und Drogenmißbrauch, Spielsucht, Eßstörungen usw.

Diese Impulsivität kann aus verschiedenen anderen Symptomen, wie z.B. aus Frustration einer gestörten Beziehung entstehen, ein Ausdruck von Stimmungsschwankungen oder Zornausbrüchen sein, oder auch ein Versuch, Gefühle wie Einsamkeit und Trennungsangst zu betäuben.

 

Selbstverletzung und Suiziddrohungen/ -versuche:

Das selbstverletzende Verhalten, aber auch Suiziddrohungen bzw., versuche fallen ebenfalls unter die typischen Borderlinesymptome. Das SVV beginnt meist sehr impulsiv (also spontan), bis es sich dann nach und nach zu einem einstudierten und ritualisierten Verhalten entwickelt.

Das SVV aber auch die Suiziddrohungen/ -versuche gehen von einer unterschiedlichen Motivation aus und können wie folgt interpretiert werden:

Punkt.GIF (185 Byte)  Hilferuf

Punkt.GIF (185 Byte)  Versuch, erlittenen psychischen Schmerz mitzuteilen

Punkt.GIF (185 Byte)  Ablenkung von anderen Leidensformen

Punkt.GIF (185 Byte)  Abbau von Angst, Zorn oder Traurigkeit (als Entspannungstechnik)

Punkt.GIF (185 Byte)  Selbstbestrafung

 

Unbeständige und unangemessene intensive zwischenmenschliche Beziehungen:

Borderliner führen zu anderen Menschen meist unbeständige und unangemessene Beziehungen, die sich durch extreme Verschiebungen der Einschätzung des Beziehungspartners (zwischen Idealisierung und Abwertung) und ständige Versuche, diesen zu manipulieren auszeichnen.

Die Intensität der Beziehungen ergibt sich aus der Intoleranz der Borderlinepersönlichkeit gegenüber Trennungen. Der Borderliner entwickelt eine Abhängigkeit zum Partner und idealisiert ihn, solange dieser seine Bedürfnisse befriedigt. Erfährt er Zurückweisung oder Enttäuschung verfällt er ins andere Extrem und wertet den Partner ab, ohne sich jedoch von ihm trennen zu können.

Dann eskaliert das manipulierende Verhalten der an Borderline leidenden Person, sie wird schwach und hilflos und neigt z.B. zu SVV und Suiziddrohungen bzw. –versuchen.

 

Angst vorm Verlassenwerden:

Durch die gestörte Ichidentität neigt der Borderliner häufig dazu, die Realität ihrer Existenz zu verlieren, wenn er alleine ist. Sogar wenn er nur vorübergehend alleine ist, kann er dies als dauerhafte Isolation wahrnehmen.

Durch diese starke Angst vor dem Verlassenwerden greift der Borderliner oft zu verzweifelten Bemühungen, die Bezugsperson bei sich zu behalten und verwendet dabei auch Druckmittel, wie z.B. SVV. Oft führen sie aus diesen Gründen auch für sie schädliche Beziehungen (mit z.B. Gewalt- und Mißbrauchserlebnissen) fort, nur um nicht verlassen zu werden.

Werden sie dann trotz ihrer Bemühungen verlassen, durchleben sie meist intensive emotionale Krisen, in deren verlauf die hier beschriebenen Symptome oft noch verstärkt auftreten.



Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!